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Software-Auswahl

Mit welcher Software erstellen Sie einen VSME-Bericht? Kriterien für die Auswahl

Für den freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht gibt es inzwischen viele Angebote: Tabellenvorlagen, Plattformen großer Kunden, ESG-Software für Konzerne und spezialisierte Lösungen für den Mittelstand. Diese Seite ordnet die Lösungsklassen ohne Anbieterwerbung, nennt die Prüffragen, die seit der Delegierten Verordnung (EU) 2026/1560 wichtig sind, und beschreibt, wie Sie mit Ihren eigenen Daten entscheiden.

Stand: 2026-10-15

Fünf Lösungsklassen im Überblick

Lösungsklassen für den Bericht nach dem freiwilligen Standard — allgemeine Einordnung ohne Anbieterbezug
LösungsklasseStärkenGrenzenPasst für
Tabellenkalkulation und TextvorlageSofort verfügbar, frei gestaltbarFormeln, Faktoren und Vorjahreswerte von Hand, keine Prüfungen, VersionenEinzelner Bericht mit wenigen Standorten
Meldebögen der EFRAGNah am Standard, von der EFRAG selbst bereitgestelltDatenpunkte statt fertigem Bericht; Faktoren, Belege und Freigaben liegen außerhalbUnternehmen, die vor allem die Datenpunkte übermitteln wollen
Lieferantenportale großer KundenDaten direkt beim anfragenden KundenJe Kunde ein eigenes Portal, Daten bleiben dortEinzelne Großkunden mit eigenem Portal
Spezialisierte Software für den freiwilligen BerichtGeführte Erhebung, Rechner, Bericht als DokumentKonzernfunktionen und ESRS meist nicht enthaltenKMU ohne eigene Berichtspflicht
ESG-Plattformen für KonzerneESRS, Wesentlichkeitsanalyse, Lieferantenmanagement, viele GesellschaftenEinführungsaufwand, Umfang über den Bedarf kleinerer Unternehmen hinausBerichtspflichtige Unternehmen und große Gruppen

Vierzehn Prüffragen an jede Software

Kriterien für die Auswahl einer Software für den VSME-Bericht
KriteriumPrüffrage
StandardfassungBildet die Software Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2026/1560 ab oder noch die Empfehlung von 2025 bzw. den EFRAG-Text von 2024?
OptionenLassen sich Option A und Option B je Bericht wählen und einzelne Zusatzangaben ergänzen?
GrößenstaffelWerden die Angaben in eckigen Klammern bei bis zu 10 Beschäftigten als freiwillig behandelt?
ObergrenzeZeigt die Software, welche Angaben nach Anhang II zur Obergrenze für die Wertschöpfungskette gehören?
EmissionsfaktorenHaben alle Faktoren eine nachprüfbare Quelle mit Bezugsjahr, etwa UBA für Strom und EBeV 2030 für Brennstoffe, und lassen sie sich mit eigener Quelle überschreiben?
Scope 2Rechnet die Software den standortbezogenen Scope 2, den B3 verlangt, und behandelt Ökostrom richtig?
DatenübernahmeKommen Bilanzsumme, Umsatz und Beschäftigtenzahl aus Buchhaltung oder Jahresabschluss, oder müssen Sie sie abtippen?
PrüfungenMeldet die Software Widersprüche, etwa Summen, die nicht zur Beschäftigtenzahl passen?
KI-TexteFormuliert eine KI nur aus Ihren Angaben, und bleiben Lücken sichtbar statt mit plausibel klingenden Sätzen gefüllt?
Freigabe und NachweiseLassen sich Belege ablegen, Abschnitte freigeben und freigegebene Fassungen unveränderlich sichern?
AusgabeWelche Formate entstehen: PDF, bearbeitbare Datei, digitaler Meldebogen der EFRAG?
GesellschaftenKönnen mehrere Gesellschaften getrennt berichten, und gibt es einen konsolidierten Bericht?
FolgejahrÜbernimmt das Folgejahr Struktur und Vorjahreswerte für den Vergleich nach Nummer 14?
BetriebWo liegen die Daten, wie wird abgerechnet, wie schnell ist der Vertrag kündbar?

Was KI in einer ESG-Software leisten kann — und was nicht

Manche Angebote werben mit künstlicher Intelligenz. Sinnvoll ist sie dort, wo Text aus vorhandenen Angaben entsteht: Beschreibungen unter B2 und im Zusatzmodul, Erläuterungen zu Kennzahlen, sprachliche Vereinheitlichung. Nicht in die Hand einer KI gehören Zahlen. Energieverbräuche, Emissionen, Quoten und Verhältnisse sollten deterministisch aus Ihren Eingaben berechnet werden, damit jeder Wert nachvollziehbar bleibt.

Prüfen Sie deshalb, was die KI tut, wenn eine Angabe fehlt. Eine gute Lösung lässt die Lücke sichtbar im Entwurf stehen; eine schlechte füllt sie mit einer Formulierung, die plausibel klingt, aber durch nichts belegt ist. Für einen Bericht, den Bank und Kunden lesen, ist das ein erhebliches Risiko.

Ein Auswahlablauf mit eigenen Daten

  • Bedarf festhalten: Wer fragt Daten an, wie oft, in welchem Umfang — reicht Option A, oder brauchen Empfänger Teile des Zusatzmoduls?
  • Datenlage prüfen: Wo liegen Finanzzahlen, Personaldaten, Energie- und Abfallrechnungen? Eine Software ist nur so gut wie die Quellen, die sie erreicht.
  • Zwei bis drei Lösungen testen, möglichst mit einem echten Berichtsjahr und echten Rechnungen statt Beispieldaten.
  • Ergebnis vergleichen: Stimmen Emissionen und Energiewerte mit Ihrer eigenen Nachrechnung überein, und sind die Faktoren belegt?
  • Bericht lesen lassen: Geben Sie den Testbericht einer Person, die ihn später empfängt, etwa der Kundenbetreuung Ihrer Bank.
  • Aufwand fürs Folgejahr schätzen: Wie viel lässt sich übernehmen, was muss neu erfasst werden?

Kosten vergleichen statt Listenpreise

Abgerechnet wird nach unterschiedlichen Modellen: je Nutzer, je Gesellschaft, je Bericht, als Jahreslizenz oder als Projekt mit Einführung. Vergleichen Sie deshalb die Jahreskosten für Ihre tatsächliche Struktur — Zahl der Gesellschaften, Berichte und Beteiligten — und rechnen Sie die eigene Arbeitszeit mit ein. Eine Lösung, die Finanzangaben automatisch übernimmt und Kennzahlen selbst rechnet, spart vor allem interne Stunden.

Wo esg-bericht.io passt — und wo nicht

  • Basismodul B1–B11 und Zusatzmodul C1–C9, Größenstaffel bis 10 Beschäftigte, Liste der Obergrenze nach Anhang II
  • CO₂-Rechner mit Faktoren nach UBA und EBeV 2030, je Zeile überschreibbar; Scope 2 standortbezogen
  • KI-Texte nur aus Ihren Angaben, Lücken als [BITTE ERGÄNZEN], Kennzahlen deterministisch berechnet
  • Freigabe je Abschnitt, Nachweise je Bericht, Ausgabe als eingefrorene Fassung; PDF mit Methodenteil und Index
  • 49 € pro Monat je Arbeitsbereich mit allen Gesellschaften, monatlich kündbar, EU-Rechenzentren, derzeit Beta

esg-bericht.io ist eine spezialisierte Software für den freiwilligen Bericht nach Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2026/1560. Sie passt für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene Berichtspflicht, besonders wenn Buchhaltung oder Jahresabschluss bereits auf derselben Plattform laufen. Sie passt weniger, wenn Sie Scope 3 berechnen lassen wollen, einen Export im digitalen Meldebogen der EFRAG brauchen oder selbst berichtspflichtig sind — für Letzteres gibt es auf der Plattform das Angebot nachhaltigkeitsberichterstattung.io.

Häufige Fragen

Mit welcher Software kann ich einen VSME-Bericht erstellen?

Mit jeder Lösung, die den freiwilligen Standard nach Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2026/1560 abbildet — von der Tabellenvorlage über die Meldebögen der EFRAG bis zu spezialisierter Software. Entscheidend sind die aktuelle Standardfassung, belegte Emissionsfaktoren, der standortbezogene Scope 2 und ein Bericht, den Sie an Bank und Kunden weitergeben können.

Reicht Excel für den VSME-Bericht?

Für einen einzelnen Bericht mit wenigen Standorten kann eine Tabelle reichen. Mit Folgejahren, mehreren Gesellschaften und Rückfragen von Empfängern wird die Pflege von Formeln, Faktoren und Vorjahreswerten aufwendig. Eine geführte Software übernimmt diese Arbeit und hält die Zählweisen über alle Angaben gleich.

Brauche ich eine ESG-Plattform wie Konzerne sie nutzen?

Als Unternehmen ohne eigene Berichtspflicht meist nicht. Konzernplattformen sind auf die ESRS, die doppelte Wesentlichkeitsanalyse und das Management vieler Lieferanten ausgelegt. Für den freiwilligen Standard mit seinen festen Angaben genügt eine schlankere Lösung, solange sie die aktuelle Fassung abbildet.

Woran erkenne ich, ob eine Software den neuen Standard abbildet?

Achten Sie darauf, ob die Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560 genannt wird und ob Merkmale der neuen Fassung umgesetzt sind: freiwillige Umweltkennzahlen bis 10 Beschäftigte, keine Pflicht zur THG-Intensität, Fluktuation im Zusatzmodul, Verdienstgefälle nur bei gesetzlicher Pflicht und die Liste der Obergrenze nach Anhang II.

Darf eine KI meinen Nachhaltigkeitsbericht schreiben?

Rechtlich spricht nichts dagegen, die Verantwortung für den Inhalt bleibt aber beim Unternehmen. Sinnvoll ist KI für Textentwürfe aus Ihren erfassten Angaben. Zahlen sollten gerechnet und nicht formuliert werden, und fehlende Angaben müssen als Lücke erkennbar bleiben. Prüfen und geben Sie jeden Abschnitt selbst frei.

Quellen und Rechtsstand

Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.

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